Therapie
Bei der Therapie unterscheiden sich Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni ganz wesentlich. Beiden gemeinsam ist, dass die Behandlung in erster Linie konservativ durchgeführt wird. Mit den Protonenpumpeninhibitoren und H2-Antagonisten stehen wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, um die Säureproduktion durch die Belegzellen zu verringern. Beim Versagen der konservativen Therapie oder bei Komplikationen wie therapierefraktäre Ulkusblutungen oder Perforationen besteht die Indikation zur Operation.
Die Eradikationsbehandlung zur Therapie des Helicobacter-Befalls besteht aus einer Kombinationstherapie mit Protonenpumpeninhibitoren und Antibiotika. Beim Französischen Tripple-Schema wird Pantozol mit Amoxicillin und Clarithromycin kombiniert, beim italienischen wird statt Amoxicillin Metronidazol verwendet. Diese Therapie wird über einen Zeitraum von 7 Tagen durchgeführt, nach einigen Wochen sollte der Befund kontrolliert werden.
Das gelingt alternativ zur Endoskopie auch mit einem speziellen Atemtest, allerdings lassen sich so natürlich makroskopische oder histologische Veränderungen nicht beurteilen, so dass eine Kontrollgastroskopie meist unerlässlich ist.
Therapie – Ulcus ventriculi
Beim Magengeschwür kann auch der Malignomverdacht Anlass für eine Operation sein. Wenn trotz unauffälliger Histologie, adäquater Säureblockierung und HP-Eradikation keine Abheilungstendenz gesehen wird, muss dennoch der Verdacht geäußert werden, dass es sich um ein Malignom handelt. Das Prinzip der Ulcuschirurgie des Magens ist daher eine Magenteilresektion und histologische Abklärung des Ulcus. Je nach Lokalisation werden limitierte Resektion im Sinne einer 1/3-, 2/3- oder subtoalen Resektion durchgeführt. Dadurch wird nicht nur das Ulcus an sich entfernt, sondern auch die Säureproduktion deutlich vermindert, indem die Mehrzahl der Belegzellen mit dem Antrum entfernt werden und der Rest des Magens teilweise denerviert wird, was den stimulierenden Einfluss des Nervus vagus vermindert. Im Antrum wird auch das Gastrin produziert, so dass dieser Faktor ebenfalls vermindert wird.
Bei der Rekonstruktion gibt es die Möglichkeit, die Duodenalpassage zu erhalten oder auszuschalten. Es werden die Operationstypen Billroth I und Billroth II unterschieden. Bei der Billroth-I Operation wird eine Gastroduodenostomie durchgeführt, die Nahrungspassage bleibt bis auf den fehlenden Antrumanteil mit Pylorus unverändert. Bei der Billroth-II-Operation wird das Duodenum blind verschlossen, die Rekonstruktion der Nahrungspassge wird über eine Gastrojejunostomie erreicht. Dabei gibt es die Möglichkeit, eine Schlinge des Dünndarms seitlich anzunähen und am Fußpunkt dieser Schlinge eine Kurzschlussverbindung zwischen den Schenkeln zu schaffen. Diese Braun’sche Fußpunktanastomose verhindert den Reflux von Galle in den Magen. Alternativ kann die Rekonstruktion nach Y-Roux erfolgen, wobei die biliopankreatische Schlinge seitlich in die vom Magen kommende alimentäre Schlinge eingenäht wird.
Bei einer notfallmäßigen Operation wegen eines perforierten oder therapierefraktär blutenden Magenulcus ist es ausreichend, das Ulcus mit Sicherheitsabstand zu exzidieren und histologisch zu untersuchen. Die Magenteilresektion ist Patienten vorbehalten, bei denen die konservative Therapie nicht adäquat anspricht.
Therapie – Ulcus duodeni
Beim Duodenalulcus liegen Ursache und Manifestationsort der Erkrankung auseinander. Ausserdem sind konkordante Malignome äußerst selten und Duodenalresektionen mit einer höheren Morbidität verbunden. Daher ist die operative Therapie der Wahl beim Ulcus duodeni eine partielle Denervierung des Magens. Bei der selektiv proximalen oder proximal-gastrischen Vagotomie werden selektiv die Vagusfasern durchtrennt, die zu den säureproduzierenden Magenanteilen ziehen. Die für die Magenentleerung wichtigen motorischen Fasern zum Magenantrum werden dabei erhalten
Bei einer Notfall-Operation wegen einer Perforation oder therapierefraktären Blutung wird eine Duodenotomie durchgeführt und das versorgende Gefäß umstochen. Insbesondere bei hinterwandseitig gelegenen Ulcera muss dabei die Anatomie berücksichtigt werden und die Tatsache, dass im Stromgebiet der A. gastroduodenalis und der A. mesenterica superior Anastomosen bestehen, die es notwendig machen, das zuführende Gefäß zu beiden Seiten des Ulcus zu umstechen. Andernfalls besteht ein hohes Risiko einer Rezidivblutung. Bei Operationen nahe am Pylorus sollte immer eine Pyloroplastik, also eine Erweiterung des Pylorus durchgeführt werden, da sonst Magenentleerungsstörungen drohen.